Schlitzfräse von Otto Baier

Schlitzfräse richtig nutzen – Mauerschlitze sauber & effizient fräsen

Schlitzfräse richtig einsetzen – Mauerschlitze sauber und effizient fräsen

Schlitzfräse von Otto Baier
Wer Kabel, Leitungen oder Rohre sauber unter Putz verlegen möchte, greift heute meist zu einer Schlitzfräse. Sie ermöglicht präzise, gleichmäßige Mauerschlitze – und spart im Vergleich zu Hammer, Meißel oder Winkelschleifer enorm viel Zeit und Kraft. Doch wie funktioniert eine Schlitzfräse eigentlich, welche Anforderungen sollte sie erfüllen, und wie gut kommt sie mit harten Materialien wie Beton zurecht?

 

Was ist eine Schlitzfräse?

Eine Schlitzfräse, häufig auch Mauernutfräse oder Mauerfräse genannt, ist ein Elektrowerkzeug, das speziell zum Herstellen von Nuten in Wänden entwickelt wurde. Ihr wesentliches Merkmal sind zwei parallel montierte Diamanttrennscheiben, die gleichzeitig zwei Schnitte in Putz oder Mauerwerk setzen. Aus der Distanz dieser beiden Scheiben ergibt sich die spätere Nutbreite. Mithilfe von Distanz- oder Unterlegscheiben lässt sich dieser Abstand flexibel anpassen – ideal für schmale Kabelkanäle oder breitere Schächte für Leerrohre.

Die Tiefe der Nut wird über einen Tiefenanschlag eingestellt, wodurch sich präzise festlegen lässt, wie tief die Maschine in die Wand eindringt. Sobald die beiden Schnitte gesetzt sind, wird der übrig gebliebene Mittelsteg mit Hammer und Meißel oder einem Bohrhammer entfernt. So entsteht eine saubere, gleichmäßige Nut, in der später Leitungen vollständig verschwinden können.

Schlitzfräse in Beton – geht das?

Die Frage, ob eine Schlitzfräse Beton bearbeiten kann, lässt sich grundsätzlich mit Ja beantworten – allerdings kommt es auf das Gerät an. Während Materialien wie Kalksandstein, Gipsblöcke, Ziegel oder Porenbeton vergleichsweise leicht zu fräsen sind, stellt Beton deutlich höhere Anforderungen. Eine kräftige Maschine mit hochwertigen Diamanttrennscheiben ist hierfür unverzichtbar.

Selbst leistungsstarke Modelle arbeiten in Beton langsamer als in weicherem Mauerwerk. Der Vorschub ist geringer, und bei sehr hartem Material oder wenn die Scheiben nachlassen, kann zusätzlicher Einsatz eines Bohrhammers notwendig werden. Wer regelmäßig Schlitze in Beton herstellen muss, sollte daher auf eine robuste, professionelle Schlitzfräse setzen, die für diesen Einsatzbereich ausgelegt ist.

Welche Staubklasse sollte der Staubsauger erfüllen?

Beim Fräsen entsteht sehr feiner, mineralischer Staub, der für gewöhnliche Haushaltsstaubsauger ungeeignet ist. Diese würden nicht nur schnell verstopfen, sondern könnten sogar beschädigt werden. Für Arbeiten mit der Schlitzfräse empfiehlt sich daher ein Industrie- oder Werkstattsauger, der für Steinstaub zugelassen ist.

In der Praxis kommen meist Sauger der Staubklasse L oder M zum Einsatz. Staubklasse L eignet sich für viele typische Baustaube, während Staubklasse M speziell für feinere und gesundheitlich kritischere mineralische Stäube ausgelegt ist und daher die bessere Wahl auf Baustellen ist. Ergänzend ist eine automatische Filterabreinigung sinnvoll, damit die Saugleistung durch den feinen Frässtaub nicht abnimmt.

Der Sauger wird über einen Absaugstutzen direkt an die Schlitzfräse angeschlossen. Dadurch wird der Staub unmittelbar an der Entstehungsstelle abgesaugt, was die Sicht verbessert, die Arbeitsumgebung schont und die Staubbelastung im Raum erheblich reduziert.

Vorbereitung und Anwendung in der Praxis

Bevor die Schlitzfräse zum Einsatz kommt, müssen die Leitungswege sorgfältig geplant werden. Leitungen verlaufen grundsätzlich senkrecht oder waagerecht – niemals diagonal. Das gewährleistet, dass man später anhand von Steckdosen und Schaltern nachvollziehen kann, wo sich die Leitungen befinden. Mit Wasserwaage und Bleistift werden die Schlitzlinien sauber angezeichnet. Ein Leitungsfinder hilft dabei zu prüfen, ob bereits Leitungen im Unterputz verlaufen.

Im Anschluss wird die Maschine vorbereitet. Dazu gehören die Montage der Diamanttrennscheiben mit passenden Distanzringen sowie das Einstellen der korrekten Frästiefe. Der Staubsauger wird angeschlossen, idealerweise über eine automatische Gerätesteckdose, wodurch er sich beim Einschalten der Schlitzfräse automatisch aktiviert.

Beim Fräsen wird die Maschine über ihre Führungsrollen an der Wand entlang bewegt. Sobald sie die volle Drehzahl erreicht hat, wird sie langsam ins Mauerwerk geführt und entlang der Markierung nach oben oder unten bewegt. Viele Anwender bevorzugen die Richtung von unten nach oben, da die Maschine sich dabei ruhiger verhält. Wichtig ist, die Fräse sauber zu führen und nicht mit Gewalt zu drücken – der saubere Schnitt entsteht durch die rotierenden Scheiben, nicht durch Krafteinsatz.

Nacharbeit und Vorbereitung für die Leitungsverlegung

Nach dem Fräsgang werden die beiden Schnitte durch Herauslösen des Mittelstegs verbunden. In weicherem Mauerwerk lässt sich der Steg meist leicht mit Hammer und Meißel entfernen. In festeren Materialien wie Beton oder hartem Ziegel empfiehlt sich ein Bohrhammer, der die Arbeit deutlich erleichtert.

Die Nut wird anschließend von Staub und losen Resten befreit. Viele Handwerker tragen einen Tiefgrund auf, damit das Mauerwerk später beim Verfüllen nicht zu viel Wasser aus dem Gips oder Mörtel zieht. Nachdem die Leitungen oder Rohre eingelegt und befestigt wurden, können die Schlitze wieder geschlossen und verspachtelt werden.

Fazit

Eine Schlitzfräse ist ein hochspezialisiertes Werkzeug, das das Herstellen sauberer Leitungsnuten erheblich erleichtert. Sie ermöglicht präzise Schnitte, bietet einstellbare Breiten und Tiefen und lässt sich – mit einem geeigneten Industrie- oder Werkstattsauger – erstaunlich sauber betreiben. Für Mauerwerk ist sie ideal geeignet, und mit ausreichend leistungsstarker Technik lassen sich auch Betonflächen bearbeiten. Wer regelmäßig Mauerschlitze fräsen möchte, spart mit einer guten Schlitzfräse spürbar Zeit, Kraft und Nacharbeit.

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